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Das Referat für nachhaltige Stadtentwicklung hatte versucht zu quantifizieren, wie das Verhältnis von direktem zu indirektem Einfluss der Stadtverwaltung in jedem einzelnen Sektor ist. In Verbindung mit der Bedeutung bei den CO2-Emissionen lässt sich das nochmal genauer betrachten:
Sektor Stadtverwaltung Göttingen
| Sektoranteil an Emissionen | 2% |
| Tonnen CO2-Äquiv. Stand 2024 | 14.000 |
| Tonnen CO2-Äquiv. Ziel 2024 | 8.000 |
| Differenz | 6.000 |
| Diskrepanz in % | 60% |
| Seit 1990 gesunken um | 35% |
| direkter Einfluss der Stadt | 90% |
Verantwortung der Stadt für die Nichterreichung des 2024-Zwischenziels in Tonnen CO2-Äquivente: 14000-8000 = 6000, davon 90 % = 5.400
Sektor Wirtschaft und Uni
| Sektoranteil an Emissionen | 50% |
| Tonnen CO2-Äquiv. Stand 2024 | 350.000 |
| Tonnen CO2-Äquiv. Ziel 2024 | 210.000 |
| Differenz | 140.000 |
| Diskrepanz in % | 60% |
| Seit 1990 gesunken um | 35% |
| direkter Einfluss der Stadt | 15% |
Verantwortung der Stadt für die Nichterreichung des 2024-Zwischenziels in Tonnen CO2-Äquivente: 350000-210000 = 140000, davon 15 % = 21.000
Sektor Privathäuser
| Sektoranteil an Emissionen | 30% |
| Tonnen CO2-Äquiv. Stand 2024 | 175.000 |
| Tonnen CO2-Äquiv. Ziel 2024 | 115.000 |
| Differenz | 60.000 |
| Diskrepanz in % | 65% |
| Seit 1990 gesunken um | 45% |
| direkter Einfluss der Stadt | 15% |
Verantwortung der Stadt für die Nichterreichung des 2024-Zwischenziels in Tonnen CO2-Äquivente: 175000-115000 = 60000, davon 90 % = 9.000
Sektor Verkehr
| Sektoranteil an Emissionen | 21% |
| Tonnen CO2-Äquiv. Stand 2024 | 140.000 |
| Tonnen CO2-Äquiv. Ziel 2024 | 85.000 |
| Differenz | 55.000 |
| Diskrepanz in % | 60% |
| Seit 1990 gestiegen um | 5% |
| direkter Einfluss der Stadt | 50% |
Anmerkungen:
- Die Zahlen entstehen durch das Herunterbrechen bundesweiter Zahlen auf Göttingen.
- Daher ist den Zahlen bei 21 % Anteil bei Emissionen nicht zu vertrauen, sie dürften eher um 35 % liegen.
- Auch der Stand 2024 bei 140.000 ist wahrscheinlich deutlich höher,
- sodass auch der Anstieg seit 1990 höher sein dürfte.
Verantwortung der Stadt für die Nichterreichung des 2024-Zwischenziels in Tonnen CO2-Äquivente: 140000-85000 = 55000, davon 50 % = 27.500 (wahrscheinlich mehr)
Kein Bemühen bei der Stadt
Die Möglichkeiten der Stadt zur Einflussnahme liegen damit in der Summe bei einem Anteil von 62.900 Tonnen CO2-Äquivente, was bei einem Gesamtverbrauch von ca. 700.000 Tonnen CO2-Äquivente einem Anteil von etwa 9% entspricht.
Aber der Hauptvorwurf ist hier nicht, dass Göttingen die Zwischenziele nicht erreicht hat, sondern dass die Stadt sich nicht genug bemüht, ihre eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Die Verantwortung der Stadt in ihren eigenen Zahlen
| Sektor Stadtverwaltung Göttingen | 5400 / 62900 * 100 = | 9% |
| Sektor Wirtschaft und Uni | 21000 / 62900 * 100 = | 33% |
| Sektor Privathäuser | 9000 / 62900 * 100 = | 14% |
| Sektor Verkehr | 27500 / 62900 * 100 = | 44% |
Im Sektor Verkehr wird mit Abstand am wenigsten getan
Zu 44% vertut die Stadt ihre Möglichkeiten also im Sektor Verkehr und der Betrag im Sektor Verkehr ist wahrscheinlich höher, wegen der eher unglaubwürdigen und vermutlich zu niedrig angesetzten Zahlen.
Das bedeutet: Selbst mit ihren eigenen (unkritisch aus bundesweiten Modellrechnungen auf Göttingen heruntergerechneten und nicht wirklich gemessenen) Zahlen im Sektor Verkehr kommt die Verwaltung zu dem Schluss, dass 44 % der Verantwortung der Stadt für die Nichteinhaltung der Zwischenziele daran liegen, dass sie im Sektor Verkehr ihren Einfluss nicht genutzt hat.
Diese Methode des Herunterbrechens bundesweiter Zahlen auf Göttingen bedeutet ja auch, dass die Stadtverwaltung gar nicht erkennen könnte, ob bestimmte in Göttingen umgesetzte Maßnahmen einen Einfluss auf die CO2-Bilanz der Stadt hätten. Selbst wenn wir beobachten würden, dass alle in Göttingen aufs Fahrrad umsteigen, und gar keine Autos mehr hier fahren, wären die durch das Herunterbrechen auf Göttingen ermittelten Emissionen weiterhin gleich hoch.
Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung, GöKB